Hebräisch -
Ansprechpartner: Dr. Ulrich Fiedler
"Trium linguarum peritus" (dreier Sprachen kundig) - dies galt lange Zeit als ehrende Bezeichnung, ja als ein Bildungsideal
und gemeint war nichts anderes als die drei alten Sprachen Latein, Griechisch und Hebräisch.
Das Albertus-Magnus-Gymnasium zählt zu den ganz wenigen Schulen in Deutschland, die diese jahrhunderte alte Tradition bis in die Gegenwart hinein unvermindert pflegen.
Johannes Reuchlin veröffentlichte 1506 die erste hebräische Grammatik und ermöglichte so den Christen Deutschlands erstmals ein breites Studium der
hebräischen Sprache und Literatur.
Nach dem Zweiten Weltkrieg unterlag naturgemäß auch der Hebräischunterricht einem tiefgreifenden Wandel. Besuchten anfangs noch fast ausschließlich diejenigen
Schüler den Unterricht, die eine theologische Laufbahn anstrebten, so wählen heute
zu Beginn des 21. Jahrhunderts zunehmend Jugendliche diese nicht indogermanische Sprache, um einen Einblick in die orientalisch-semitische
Sprachwissenschaft zu erhalten.
Darüber hinaus bietet der Hebräischunterricht auch die einmalige Gelegenheit einer Begegnung mit Angehörigen der jüdischen Kultusgemeinden. So feierten die Schülerinnen und Schüler der Hebräisch-Grundkurse und ihr Lehrer mit einer jüdischen Familie in Zürich gemeinsam den Schabbatabend und besuchten am folgenden Tag den Gottesdienst in der Synagoge. Im Rahmen von Projekttagen galt
es auf einem jüdischen Friedhof der näheren Umgebung hebräische Grabinschriften
zu übersetzen.
Schließlich ermöglicht die Sprache der Bibel auch einen guten Zugang sowohl zum Neuhebräischen (Iwrit) als auch zum Jiddischen, der ungemein faszinierenden, dem Deutschen am nächsten stehenden Sprache der ehemaligen osteuropäischen
Juden. Die Lektüre einfacher jiddischer Texte aus aktuellen Zeitungen macht den
Schülerinnen und Schülern stets großen Spaß.
Selbst die Welt des Arabischen und des Korans rückt näher und ist bei nicht wenigen
Motivation, diese semitische Sprache zu erlernen.
In Rottweil hat der Hebräischunterricht eine über 350jährige Tradition. Das Albertus–Magnus-Gymnasium liegt hinsichtlich der Teilnehmerzahlen seit Jahren
landesweit stets an der Spitze. Neben Arbeitsgemeinschaften in den Klassen 10 und 11 (je zweistündig) kommt Hebräisch jedes Jahr auch als vierstündiges Fach des Wahlbereichs in den Klassen 12 und 13
zustande. Im Rahmen ihrer Abiturprüfung erwerben dann die Schülerinnen und Schüler ihr Hebraicum, was nach der neuen gymnasialen Oberstufe auch in Form der fünften (mündlichen) Abiturprüfung erfolgen kann.
weiterführende Links (extern)
|