Ein bisschen “Vie française“ in Rottweil
Freitagabend, 4. April 2008, vor dem AMG.
Alle sind aufgeregt, die Spannung steigt. Endlich fährt der französische Bus mit 39 Austauschschülern an Bord langsam um die Ecke. Viele erwartungsvolle Gesichter tauchen hinter den Scheiben auf, sie steigen einer nach dem anderen aus. Erste entdecken ihre Partner. Die Nervosität steigt und auch die übrigen Paare finden sich.
Eine Ansprache von Frau Voss und Herr Radestock, letzte Informationen und Hinweise folgen.
Man verabschiedet sich und nimmt seinen französischen Gast mit nach Hause.
Abends treffen sich viele in der Stadt, um erste Eindrücke und Erfahrungen auszutauschen, sich miteinander zu unterhalten oder einfach nur um den Franzosen einen Eindruck vom Rottweiler „Nachtleben“ zu vermitteln. Der Tag endet so mit einem witzigen und amüsanten Abend.
Samstagmorgen, 5. April, 9 Uhr, vor der Schule.
Die erste Nacht in deutschen Betten größtenteils gut überstanden. Alle sind ausgeschlafen und voller Erwartung. Eine Stadtführung steht an.
Schüler aus der 8. Klasse, wie auch die spät beginnenden 11er führen die Franzosen durch die Innenstadt. Von den „Fortgeschrittenen“ bekommen sie kulturelle Sehenswürdigkeiten wie das Schwarze Tor, den Hochturm, das Münster und so weiter vorgestellt.
Den Nachmittag verbringen die Gäste aus der Bretagne in ihrer deutschen Gastfamilie. Er steht der individuellen Gestaltung zur Verfügung.
Beispielsweise treffen sich rein zufällig einige der Mädels in Villingen beim „faire du shopping“ wieder.
Den Abend lassen wir wiederum im Kapuziner mit einem gemütlichen Beisammensein ausklingen.
Sonntag, 6. April, 7 Uhr, vor dem AMG.
Beim Großteil der Gruppe war Frühaufstehen angesagt. Eines der Highlights der ganzen Woche steht an: Europapark!
Auf geht’s mit dem Bus nach Rust. Anfangs herrscht eine träge und lustlose Stimmung, es fängt an zu regnen. Doch es wird freundlicher, am Horizont kann man die Schienen des Silverstars erkennen. Die Anspannung und Vorfreude steigt, man kann kaum noch erwarten endlich anzukommen.
Alle organisatorischen Angelegenheiten sind geklärt, man teilt sich in Kleingruppen auf und strömt in den Park. Für die Franzosen wahrscheinlich ein genialer Tag und auch für uns Deutsche eine schöne Abwechslung zum stressigen Alltag.
Da das Wetter mitspielt, es ist zwar dunstig, regnet aber kaum, ist der Park wenig besucht und damit bleiben uns lange Wartezeiten erspart.
Montag, 7.4., vor dem AMG.
Nach einem tollen Tag im Europapark verbringen die Franzosen den Montag im Pfahlbautenmuseum bei Meersburg am Bodensee. Zwar scheint die Sonne und der Himmel ist klar, aber dennoch ist es ziemlich kalt und unterwegs hat es sogar ein wenig geschneit, was die Franzosen besonders gefreut hat.
Gegen 17.20 Uhr kommen sie durchgefroren in Rottweil an. Den Abend konnte man individuell gestalten.
Dienstag, 8. April 2008.
Nachdem wir die Franzosen nach 308 gebracht haben, gehen wir Deutsche in den Unterricht. Den restlichen Vormittag verbringen unsere Gäste im Rathaus. Sie bekommen eine Führung durch die Räume des alten Rathauses, treffen den Oberbürgermeister und stärken sich mit Getränken und frischen Butterbrezeln.
Aufgrund von der Stadt geschenkt bekommenen Tageskarten für das Aquasol war für die meisten Franzosen das Tagesprogramm klar.
Jedoch einige Deutsche hatten anderes zu tun.
Eine große Gruppe Franzosen verbrachte den Mittag mit nur ein paar von uns Deutschen im Schwimmbad. Vor allem die Rutsche und das Sprungbrett, wie auch der Dampfraum hatten es allen angetan.
Nach 3 Stunden hatten sie immer noch nicht genug, deshalb sind sie abends auch richtig fertig.
Mittwoch, 9.4., 8 Uhr vor der Schule.
Ziel: Schloss Sigmaringen. Dort angekommen kriegen wir eine interessante Führung durch das herrschaftliche Anwesen. Nach einer kurzen Pause im Park oder in der Innenstadt fahren wir alle mit dem Bus zum Highlight des Tages: Hochseilgarten.
Schon allein vom Anblick der hohen Plattformen, Seile, Pfosten und Hindernisse wird es einigen plötzlich mulmig zumute. Ein paar ziehen es vor, die Kletterkünste der anderen lieber vom sicheren Boden aus zu beobachten. Es gibt tatsächlich viele Tapfere, die sich ganze drei Stunden lang von einem Seil zum anderen hangeln, über waagrechte Balken balancieren oder sich gemütlich in einem Holzfass von der einen Plattform zur anderen ziehen.
Gegen 17.30 Uhr kommen wir erschöpft aber dennoch glücklich wieder in Rottweil an. Matthias hat für den Abend noch Kegelbahnen in der „Goldenen Kugel“ reserviert. Dieses Angebot nehmen viele Deutsche mit ihren Austauschpartnern wahr. Der anstrengende Tag findet damit einen geselligen Abschluss.
Donnerstag, 10. April.
Nachdem die Franzosen die erste Stunde mit ihren Lehrerinnen mit den Proben für den Abend beschäftigt waren, gehen sie in der zweiten Stunde mit ihren deutschen Partnern in den Unterricht. Darauf folgt eine Exkursion zum Narrenschopf in Bad Dürrheim, wo sie die traditionelle alemannische Fasnet kennen lernen.
Wir Deutsche proben morgens ebenfalls unseren gesanglichen Beitrag zum Abendprogramm.
Mittags kann man relaxen oder man nutzt die Zeit, um mit den Gästen etwas zu unternehmen.
Gegen 17.30 Uhr treffen sich die ersten, um dem Musikraum und der Unterstufenbücherei ein deutsch-französisches Ambiente zu verleihen. Nach und nach füllt sich das Buffet, zu dem jede Familie etwas beiträgt, mit süßen wie auch pikanten Speisen.
Für den Getränkeservice sind die Zwölftklässler eingeteilt und nach kurzen Umbauarbeiten, da wir zu wenig Tische und Stühle aufgebaut haben, und ein paar Worten von Frau Voss, wie auch von ihren französischen Kolleginnen, beginnt das Programm.
Die Franzosen singen mehrere Lieder, führen uns traditionell bretonische Musikinstrumente und einen landestypischen Tanz vor. Es folgt unser Auftritt. Wir geben „Aux Champs Elysées“ und „Horch was kommt von draußen rein“, mit der Unterstützung von Herrn Knaus, zum Besten. Trotz der spontanen Idee und den kurzfristigen Proben am Morgen sind wir mit unserem Beitrag durchaus zufrieden.
Das Buffet ist eröffnet! Der bevorstehende Abschied am nächsten Tag macht sich bereits ein wenig bemerkbar und alle genießen die schönen gemeinsamen Stunden.
Freitag, 11.4., in der Schule.
Erstmals verbringen die Franzosen den kompletten Morgen in den jeweiligen Klassen.
Der ein oder andere Lehrer bemüht sich, unsere Gäste mit in den Unterricht einzubinden. Dennoch können sie verständlicherweise dem Stoff nur mühsam folgen.
Die gemeinsame Zeit geht langsam zu Ende.
Man geht zum letzten Mal zusammen nach Hause, isst zum letzten Mal gemeinsam zu Mittag und die Franzosen packen ungern ihre letzten Sachen in ihre Taschen. Die Fahrt zum AMG fällt allen nicht leicht, da man sich trotz der kurzen Zeit doch aneinander gewöhnt hat und sich untereinander anfreunden konnte.
Ein gemeinsames Gruppenfoto, und die wirklich letzten Minuten der schönen Zeit brechen an.
Die Aussicht auf unseren baldigen Gegenbesuch macht es uns jedoch etwas leichter, die Franzosen wieder Richtung Heimat in die Bretagne nach Plouzané, Brest und Plougastel fahren zu lassen.
Für uns persönlich war es eine schöne Zeit, die wir so schnell nicht vergessen werden. Wir haben uns mit unseren französischen Mädels sehr gut verstanden und hatten immer etwas zu lachen!
Trotz unserer minimalen Französischkenntnissen war die Verständigung dennoch kein Problem.
Wir denken, dass die Franzosen ebenfalls einen tollen Aufenthalt in Rottweil hatten und viele einzigartige Eindrücke und Erfahrungen mit nach Hause nehmen und ihren Familien viel Positives über uns und Deutschland berichten können.
Wir freuen uns tierisch auf unsere Fahrt in die Bretagne vom 30. April bis 10. Mai, endlich unsere Gastfamilien kennenzulernen und unsere Partnerinnen wiederzusehen.
Wir sind uns sicher, auch ein bisschen “Vie allemande“ nach Frankreich zu bringen!
Eva Klein und Luzia Schmid, Klasse 10a
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