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USA-Austausch

Schon seit vielen Jahren pflegt das AMG Partnerschaften mit verschiedenen Highschools in den USA. Mit seinen momentanen Partnerschulen im US-Bundesstaat Minnesota, der Rosemount High School und der Simley High School, ist das AMG die einzige Schule in Rottweil, die einen derartigen Austausch für ihre Schüler anbieten kann. Im Folgenden nun einige nähere organisatorische Informationen und ein Erlebnisbericht vom letzten Besuch in Amerika, der im Oktober/November 2007 stattfand.

Organisatorisches:

Was?  3-wöchiger Besuch bei einer amerikanischen Gastfamilie in Minnesota mit einem Jugendlichen im selben Alter wie die Teilnehmer, verschiedene Veranstaltungen, Teilnahme am Schulalltag des gleichaltrigen Schülers.

Wo? Die Schulen liegen in Vororten der Doppelstadt Minneapolis-St. Paul (ca. 500 000 Einwohner), diese sind wirtschaftliches und politisches Zentrum von Minnesota.

Wer kann teilnehmen? AMG-Schüler der Klassen 10 und 11. Sollte die Zahl der Schüler, die teilnehmen wollen, die Zahl der möglichen Teilnehmer übersteigen (was bisher immer der Fall war), so ist eine schriftliche Bewerbung, evtl. auch ein Vorstellungsgespräch notwendig.

Dauer? Der Besuch in Amerika dauert ca. 3 Wochen, der anschließende Besuch der Amerikaner in Deutschland dauert 4 Wochen, eine Woche davon verbringen die amerikanischen Schüler aber nicht bei ihrer Gastfamilie.

Wann findet der nächste Austausch statt? Im Juni/ Juli 2008 werden die amerikanischen Schüler ihre deutschen Austauschpartner vom Amerikabesuch 2007 (s.u.) besuchen. Der nächste Besuch in Amerika findet voraussichtlich im Oktober 2009 statt, der Rückbesuch wäre dann 2010, nähere Details stehen aber noch nicht fest.

Kosten? Die Kosten werden vor dem Besuch in Amerika von den betreuenden Lehrern festgelegt und müssen von den Teilnehmern bzw. deren Familien getragen werden, evtl. kann aber eine Unterstützung gewährt werden. Die Kosten für zukünftige Besuche sind momentan noch schwierig einzuschätzen, der letzte Austausch hat ca. 1200 € gekostet.

Organisatoren, Ansprechpartner? Fr. Habicher, Hr. Krause
                                                    
Wer mehr über den letzten Austausch erfahren will, kann sich auch an die ehemaligen Teilnehmer (Schüler der Klassen 10 und 11) wenden, außerdem sei hier auf den Schaukasten vor dem Sekretariat und den „Minnesota Room“ (AMG R 307) hingewiesen.

Erlebnisbericht:

Um sich eine bessere Vorstellung von einem solchen Austausch machen zu können, nach all diesen „nackten“ Zahlen und Fakten, ein Erlebnisbericht vom letzten Besuch in Amerika (Oktober/ November 2007), der die einzelnen Aktionen, Unternehmungen und Erlebnisse der Austauschgruppe kurz schildern soll.

Samstag, 13.10.2007:

Morgens kurz nach sieben Uhr geht es los, wir, 33 Schüler und Schülerinnen der Klassen 10a, 10b, 11a und 11b und drei Begleitpersonen brechen auf zu einem großen Abenteuer: 3 Wochen Amerika: Was wird uns erwarten?
21 Stunden, 7 Zeitzonen und 5000 Kilometer später steigen wir müde aber glücklich aus unserem Flugzeug, mit dem wir die letzte Strecke von Chicago nach Minneapolis zurückgelegt haben, am Gepäckschalter erwarten uns schon unsere Gastfamilien. Bald hat jeder seinen Partner gefunden und fährt mit diesem nach Hause.

Sonntag, 14.10.2007:

Der erste Tag in Amerika ist ganz den Gastfamilien gewidmet. Viele Schüler erholen sich von der anstrengenden Anreise, andere stehen schon früh auf, um mit ihrer Familie den Gottesdienst zu besuchen, der sich zum Teil doch erheblich vom europäischen unterscheidet. Am Abend sind wir um zahlreiche Eindrücke reicher, auch wenn es manchmal noch Verständigungsprobleme gegeben hat.

Montag, 15.10.2007:

Den Vormittag verbringen wir an der Simley-High-School mit unseren Gastschülern. Hier lernen wir zum ersten Mal eine richtig „amerikanische“ Schule kennen und sind beeindruckt von den Dimensionen und dem Identitätsbewusstsein der Schüler. Abends findet eine Willkommensparty mit allen Teilnehmern und ihren Gastfamilien statt.

Dienstag, 16.10.2007

Heute besuchen wir das historische Fort Snelling in Minneapolis, das den Zusammenfluss von Mississippi und Minnesota bewacht und schon in den Indianerkriegen eine bedeutende Rolle gespielt hat, die Führung wird von Personen in alten Kleidern und Uniformen gestaltet und ist daher besonders interessant.
Anschließend geht es wieder zurück in die Gegenwart: Wir besuchen das Capitol in St. Paul. Es ist fast so groß wie das Capitol in Washington und das politische Zentrum von Minnesota. Hier erfahren wir auch mehr über den Staat Minnesota und seine Bevölkerung.

Mittwoch, 17.10.2007

Wieder geht es auf Ausflug: Heute zur (fast) weltberühmten Mall of America, der größten Indoor Einkaufsmall der USA mit über 500 Geschäften. Die Eindrücke, die wir hier sammeln sind einfach überwältigend. Neben den Geschäften selbst gibt es auch noch einen regelrechten Vergnügungspark mit Achterbahn, Karussell, Wildwasserbahn, Freefalltower, Riesenrad, Kinos, ... Vor allem die Mädchen fühlen sich wie im Paradies und es wandern schon mal einige hundert Dollar über die Ladentheken.

Donnerstag, 18.10.2007

Schon früh brechen wir heute zu einem mehrtägigen Ausflug in den Norden Minnesotas auf. Unser Ziel für heute ist Duluth, die drittgrößte Stadt Minnesotas, ca. 5 Autostunden nördlich von Minneapolis am Lake Superior gelegen. Die Fahrt mit einem klassisch amerikanischen Schulbus gestaltet sich etwas problematisch, da zunächst viel Gepäck auf wenig Raum verstaut werden muss und der fortwährende Regen dem Dach des Busses so lange zusetzt, bis es schließlich an mehreren Stellen auf uns herniedertropft. Aber mit viel Humor und Erfindungsreichtum überstehen wir dieses Dilemma.
Endlich ist Duluth erreicht, pünktlich zu unserer Ankunft lässt der Regen nach und so können wir den Anblick des windgepeitschten Lake Superior und die Erkundung der Stadt noch richtig genießen.

Freitag, 19.10.2007

Nach unserem kurzen Intermezzo in Duluth geht es heute wiederum drei Stunden auf die Straße, dieses Mal mit einem besseren Bus. Dann ist die Kleinstadt Ely und dort unsere Bleibe für das Wochenende, ein Camp der YMCA, das den unaussprechlichen Namen „Widjiwagan“ trägt, erreicht. Herzlich werden wir von Betreuern des Camps empfangen und auf die Aktivitäten über dieses Wochenende vorbereitet. Abends gibt es schon das erste Highlight: Eine Nachtwanderung in der wilden und unwirtlichen Umgebung des Camps.

Samstag, 20.10.2007

Wieder stehen kurze Wanderungen und Aktivitäten zur Stärkung der Gruppenidentität an, trotzdem bleibt noch genug Zeit um die Umgebung zu genießen. Für Naturliebhaber ist die Gegend ein Paradies und besonders die Kanutour auf dem direkt am Camp liegenden See wird allen noch lange in Erinnerung bleiben. Abends geht es dann noch in die, selbstverständlich getrennte, Sauna.

Sonntag, 21.10.2007

Zum Abschluss unseres Aufenthalts gibt es noch einmal eine kleine Wanderung, dann ist es Zeit für den Aufbruch zurück in die „Zivilisation“. Viele sind froh, dass es wieder zurück geht, trotzdem war dieser Besuch ein tolles und auch überraschendes Erlebnis, denn Amerika, das sind eben nicht nur große Städte oder Siedlungen, sondern genauso auch riesige unberührte Flächen mit völlig intakter Natur, wo der „Frontier-Gedanke“ der vergangenen Jahrhunderte und die gefühlte Wildnis noch allgegenwärtig sind.

Montag, 22.10.2007

Nach den vielen Ausflügen und Unternehmungen der vergangenen Tage ist nun wieder Schule angesagt. Zunächst besuchen wir aber den Bürgermeister der Gemeinde Rosemount, in der viele von uns bereits seit mehr als einer Woche zu Gast sind. Von ihm erhalten wir einen kleinen Vortrag zu Geschichte und Gegenwart von Rosemount, dann folgt noch ein weiteres Highlight: Wir erhalten exklusiv eine Führung durch die Polizeiwache von Rosemount und sehen unter anderem die Häftlingszellen und natürlich die typisch amerikanischen Polizeifahrzeuge, die tatsächlich aussehen, als seien sie dem letzten Gangsterfilm entsprungen.

Dienstag, 23.10.2007

Vormittags finden nun wirklich keine Exkursionen mehr statt, nahezu alle Stunden verbringen wir in der Schule; entweder wir begleiten unsere Gastgeber in ihre Stunden, oder aber wir werden selbst zu Lehrern und berichten gruppenweise in verschiedenen Referaten von Deutschland, Rottweil, etc. Nur die letzte Stunde dürfen wir schwänzen, wir besuchen so lange die benachbarte Grundschule und werden für die sechs- bis zehnjährigen zu „echten Deutschen zum Anfassen“, auch dem Wunsch nach Autogrammen kommen wir gerne nach –  so müssen sich Stars fühlen!
Nach Schulschluss dann ein weiteres Event: Das Fußballspiel Amerikaner vs. Deutsche endet unentschieden 6:6, für alle ein akzeptables Ergebnis.

Mittwoch, 24.10.2007

Heute besucht unsere gesamte Gruppe die Simley High School, wo es zwei große Programmpunkte gibt: Zum einen berichten wir wiederum in zahlreichen Referaten von Alltäglichem und nicht so Alltäglichem aus Deutschland, z.B. von der Rottweiler Fasnet. Zum anderen bekommen wir Besuch von einem Indianer. Der Mann ist ein Angehöriger eines Stammes, der früher im Gebiet Minnesotas heimisch war und führt für uns eine beeindruckende Tanzeinlage auf, einige besonders begeisterte aus unserer Gruppe dürfen auch selbst mitmachen und sind nachher ganz schön aus der Puste, zum Schluss gibt es noch ein Fotoshooting mit dem „Native American“ und das lässt sich natürlich keiner entgehen, wer kann schon von sich sagen einmal neben einem echten Indianer gestanden zu haben? Wir können es jetzt!

Donnerstag, 25.10.2007

Wir setzen unsere kulturellen Aktivitäten auch heute fort, im Walker Museum of Modern Art in Minneapolis. In dem futuristisch anmutenden Gebäude lernen wir die amerikanische Gegenwartskunst kennen, die sich längst nicht nur auf Bilder beschränkt, sondern Installationen und Objekte aller Art beinhaltet, so zum Beispiel einen „sprechenden“ Delphin auf einem 3-D Bildschirm, der, überraschenderweise, nicht nur Englisch, sondern auch Französisch, Spanisch und Deutsch „spricht“. Man muss diese Kunst nicht lieben, um die Art, wie sie präsentiert wird, toll zu finden.

Freitag, 26.10.2007

Für den heutigen Tag steht noch einmal eine ganz besondere Attraktion auf dem Programm: In der Innenstadt von Minneapolis nehmen wir teil an einer so genannten „Segway Tour“. Bei einem Segway handelt es sich um ein zweirädriges Gefährt, das sich nach etwas Übung sehr leicht mit Hilfe von Gewichtsverlagerung steuern lässt, in Deutschland noch so gut wie unbekannt, in Amerika schon längst der Renner, vor allem für Stadtbesichtigungen, wenn man nicht alles zu Fuß zurücklegen will. Und so profitieren wir von dieser Innovation und lernen die Geschichte von Minneapolis kennen.
Viele bleiben noch bis zum Abend in der Stadt und schauen sich im „Target Center“, einer riesigen geschlossenen Halle, ein Basketballspiel an, um noch mehr von Amerikas beliebtesten Sportarten mitzubekommen.

Samstag, 27.10.2007

Das letzte Wochenende unseres Aufenthalts steht uns noch einmal für Ausflüge, Unternehmungen, usw. mit unseren Gastfamilien frei. Viele nutzen den Tag zum Ausschlafen, anschließend erlebt jeder die persönlichen Favoriten seiner Gastfamilie mit. Abends dann noch ein weiteres „typisch amerikanisches“ Highlight: Wir kommen alle zu einer Halloween Party bei einer unserer Gastfamilien zusammen, natürlich kostümiert. Es gibt einen Kostümwettbewerb, ein Lagerfeuer im Garten und schaurige Dekorationen. Da läuft es so manchem kalt den Rücken herunter....

Sonntag, 28.10.2007

Heute ist nun die endgültig letzte Gelegenheit für Ausflüge mit unseren Gastfamilien: manche besuchen Apfelfeste, es gibt einige Apfelplantagen in der Gegend, andere fahren nochmals nach Minneapolis oder St. Paul, z. B. zum Shoppen – in Amerika auch Sonntags vielerorts möglich.

Montag, 29.10.2007

Noch einmal ein ganzer Tag an den Schulen, noch einmal Referate oder Unterricht, heute ohne irgendwelche Auflockerungen und so stellen wir fest, dass es auch in Amerika Fächer gibt, die einem mehr liegen und andere, die man am liebsten nie besuchen würde, trotzdem gibt es zahlreiche Unterschiede: andere Stundenpläne, andere Unterrichtsmethoden, anderer Medieneinsatz, gerade diese Unterschiede, die man manchmal kaum erwartet hätte, machen die Schulbesuche interessant.

Dienstag, 30.10.2007

Die Zeit ist wie im Fluge vergangen und heute steht schon unsere allerletzte Exkursion an: Es geht zur University of Minnesota nach Minneapolis, und hierfür kann getrost der Begriff „Stadt in der Stadt“ gebraucht werden, denn die Zahl ihrer Studenten ist mit etwa 70 000 mehr als doppelt so groß, wie die Einwohnerzahl Rottweils, für uns unglaublich. Hier besuchen wir ein Institut für Biochemie und Biophysik und lernen so die wissenschaftliche Arbeitsweise an einer solchen Uni kennen, außerdem sehen wir riesige Hörsäle die mehreren hundert Studenten Platz geben können und die ebenfalls sehr beeindruckenden Theater sowie die Unibibliothek. Wir haben noch etwas Freizeit die wir bei wunderbarem Herbstwetter auf den Grünanlagen zwischen den Fakultäten verbringen.

Mittwoch, 31.10.2007

Unseren letzten Tag in Minnesota verbringen wir komplett in unseren jeweiligen Schulen, halten die letzten Referate und nehmen Abschied von Dingen, an die wir uns schon fast gewöhnt haben, wie dem gemeinsamen Mittagessen in der Schule. Abends heißt es dann Packen.

Donnerstag, 01.11.2007

Fast drei Wochen lang sind wir nun in Minnesota gewesen, heute ist der Tag des Abschieds gekommen und so wechseln wir noch die letzten Worte mit unseren Gastfamilien und schauen uns zum letzten Mal unser Schulgebäude an, dann verlassen wir Minnesota, einerseits traurig andererseits voller Vorfreude auf die letzte Etappe unserer Reise: Chicago
Nach nicht einmal einstündigem Flug treffen wir in Chicago ein, um die Mittagszeit ist die Innenstadt erreicht und so geht es nach einem gemeinsamen Essen sofort auf Besichtigungstour. Wir sehen beeindruckende Gebäude und Anlagen, nicht zu vergessen die „Magnificent Mile“, die wohl berühmteste Straße Chicagos, den vor kurzem neu gestalteten Millenium Park und den Lake Michigan, der wie der Lake Superior zu den 5 großen Seen zählt. Krönender Abschluss der Tour ist der Besuch des in mehr als 400 Metern Höhe liegenden Skydecks des Sears Towers.

Freitag, 02.11.2007

Der letzte Tag in den USA: Entweder können besonders Einkaufswütige noch einmal ein Einkaufsmall, die die Größe der Mall of America aber nicht erreicht, besuchen, oder alternativ noch einmal in das Zentrum Chicagos ziehen. Hier werden heute der Lake Michigan und der Navy Pier eine Art von Vergnügungspark in der Stadt besucht. Einige besonders Hartgesottene lassen es sich auch nicht nehmen in dem um die 10° warmen/ kalten See zu baden.
Gegen Abend steht schließlich der Abflug an, am Samstagmorgen erreichen wir Frankfurt und es bleibt nur noch zu sagen:
„Good bye America – be sure that a lot of us are going to come back sometime! And thanks a lot to Mrs. Habicher and Mr. Krause for their efficient management!”

Tobias Bitzer