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Der Seminarkurs ist in Baden-Württemberg Bestandteil der gymnasialen Oberstufe in den ersten beiden Halbjahren der Kursstufe.

Am Albertus-Magnus-Gymnasium können die Schüler zwischen verschiedenen Rahmenthemen wählen.

Die Frage „wie kann der Mensch glücklich werden?" prägt seit der Antike das Denken und Handeln der Menschen – bereits die Werke Homers, der Tragiker, Historiker und besonders der antiken Philosophen reflektieren auf ihre Weise und in unterschiedlicher Perspektive und Ausprägung diesen Gedanken. – Eine allgemeingültige Antwort lässt sich „glücklicher Weise" nicht finden. So ist – und das besonders in unserer heutigen, vielfältigen Welt, jeder Einzelne gefordert, eine persönliche Auseinandersetzung mit dieser Frage zu führen. Dies wollen wir mit dem Seminarfach „Glück" anregen. Dabei richten wir uns nach dem Konzept der Heidelberger Willy-Hellpach-Schule, die das Schulfach Glück auf den Weg gebracht hat. Auf Anfrage empfing der Schulleiter, Herr Fritz-Schubert, unsere Kolleginnen und Kollegen zu einer ganz persönlichen Einführung in das Glückskonzept seiner Schule. Dabei sollen „auf der Grundlage des aristotelischen Glücksbegriffes alle für die Menschen existenziellen Bereiche wie Körper und Seele, aber auch der Wert schöpfende Bezug zur Gemeinschaft erfahren werden. Es soll vermittelt werden, dass Glück erlernbar ist und sich im glücklichen und erfolgreichen Tun widerspiegelt."
Die Erkenntnisgewinnung über sich selbst, seinen Körper und seine Seele, das eigene Handeln und das Leben im sozialen Netzwerk soll sich auf der kognitiven, aber insbesondere auch auf der emotionalen und körperlichen Ebene vollziehen. Wegen der individuellen und subjektiven Auffassung von Glück sollen sich die Schülerinnen und Schüler eine eigene Wertehierarchie erstellen und selbst mögliche Wechselwirkungen einzelner Prozesse erfahren dürfen. Sie sollen eigene als auch Gruppenziele formulieren und die Zielerreichung evaluieren.
Nach dem Besuch in Heidelberg und einer Vorstellung der dort gemachten Erfahrungen in der Gesamtlehrerkonferenz hat sich ein Team um Frau Hillebrand-Ducks und Frau Frenger an die Umsetzung und Ausarbeitung dieses Konzepts für unsere Schule gemacht.
Dabei hat sich ein sehr interessantes Kursprogramm ergeben, in dem sich Theorie- und Erfahrungsblöcke abwechseln und gegenseitig ergänzen. Der Unterricht thematisiert in Modulen bestimmte Aspekte des Glücks. Dazu gehören: Textarbeit, Körpererfahrung im Sport, der Pantomime, dem darstellenden Spiel, der Physiologie, aber auch soziale Aspekte wie Achtsamkeit für den Nächsten, schwache und kranke Mitbürger. Auch externe Berater und Mitarbeiter wurden hinzugewonnen: Das Zimmertheater, eine Yogaexpertin, Sporttrainer und Mediziner.
Inzwischen läuft der Seminarkurs „Glück" unter Leitung von Frau Dörr, Frau Frenger, Frau Hillebrand-Ducks und Herrn Lodderstedt mit gutem Erfolg: Jedes Jahr aufs Neue lassen sich zahlreiche Schülerinnen und Schüler darauf ein. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bringen sich sehr engagiert ein und alle Beteiligten sind sich einig – so ein Fach fehlt in unserer Schullandschaft: Denn hier werden viele Aspekte des Fachunterrichts zusammengeführt, gemeinsames Lehren und Lernen ist eine Selbstverständlichkeit, persönliche Erfahrungen werden in den Schulalltag integriert. Voraussetzungen für die Teilnahme? – Die Bereitschaft, sich einzulassen und engagiert mitzugestalten!

Ulrike Dörr

Der Seminarkurs Rhetorik (3stündig in KS 1) wird im Teamteaching von zwei bis drei Kollegen der Fachbereiche Alte Sprachen und Geschichte durchgeführt. Von seiner Anlage her vereint der Kurs theoretische und praktische Elemente. Er verknüpft historische mit analytischen Aspekten und führt zur praktischen Rhetorik hin:

  • die Geschichte der Rhetorik seit den Sophisten wird im Überblick erarbeitet
  • die Schüler erhalten Handwerkszeug zur rhetorisch orientierten Textanalyse
  • Reden, Stegreifreden, Diskussionen und Debatten werden eingeübt und regelmäßig trainiert.

Für das erfolgreiche Bestehen müssen eine Facharbeit zu einem – in Rücksprache mit den Lehrkräften – selbst gewählten Thema verfasst und eine mündliche Abschlussprüfung bestanden werden (Gewichtung: Facharbeit 25%, mdl. Prüfung 25%, zwei Kursnoten jeweils 25%).
Die Abschlussprüfung setzt sich zusammen aus einer Analyse (i.d.R. einer Rede oder eines Textes zur Geschichte oder Theorie der Rhetorik), einer Steggreifrede von drei Minuten sowie einer zehnminütigen Diskussion in der Kleingruppe, die bei der Bewertung jeweils ein Drittel zählen.
Über die Benotung hinaus gelingt es vielen Schülerinnen und Schülern, ihr Sprechen und ihr Auftreten vor Publikum deutlich zu verbessern. Vielen Kursteilnehmern gelingt es, sich von Hemmungen zu lösen und sich freier zu äußern.

Der Rhetorik-Kurs am AMG kann mittlerweile auf eine mehr als fünfzehnjährige Tradition zurückblicken. Auswärtige Gäste, z.B. Frau Mathieu, die ein Bewerbungstraining durchführt, bereichern die Arbeit. Wilfried Stroh, der Münchner Emeritus der Klassischen Philologie, hat den Seminarkurs Rhetorik besucht und erwähnt ihn in seinem Buch „Die Macht der Rede" lobend (Winfried Stroh, Die Macht der Rede. Eine kleine Geschichte der Rhetorik im alten Griechenland und Rom. Berlin 2009, S. 513f.).

Kurslehrer im Jahr 2016/2017:

  • Michaela Heimers (Latein/Geschichte)
  • Thomas Ehlen (Latein/Deutsch)
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